Schwangerschaftsvorsorge: Wann und wie du deine Hebamme findest

Schwangerschaftsvorsorge: Wann und wie du deine Hebamme findest

Die Betreuung durch eine Hebamme ist für viele Frauen ein wichtiger Bestandteil der
Schwangerschaft. Sie bietet medizinische Vorsorge, emotionale Unterstützung und
praktische Hilfe: von der Frühschwangerschaft bis ins Wochenbett. Doch viele Hebammen sind früh ausgebucht. Wer sich nicht rechtzeitig kümmert, läuft Gefahr, keine passende Begleitung zu finden. In diesem Artikel erfährst du, wann der richtige Zeitpunkt für die Hebammensuche ist, worauf du bei der Auswahl achten solltest und wie die geteilte Vorsorge mit Gynäkologin und Hebamme funktioniert.

Keyfacts

  • Eine Hebamme begleitet dich medizinisch und emotional: von der
    Frühschwangerschaft bis nach der Geburt.
  • Die Hebammensuche sollte möglichst früh beginnen, idealerweise direkt nach dem
    positiven Schwangerschaftstest.
  • Bei der geteilten Vorsorge wechseln sich Gynäkologin und Hebamme mit den
    Untersuchungen ab: beide dokumentieren im Mutterpass.

Dieser Artikel wurde auf fachliche Richtigkeit von Lisa Seela, Hebamme und zertifizierte Stillberaterin aus Berlin geprüft.


Was passiert nach dem positiven Schwangerschaftstest?

Ein positiver Schwangerschaftstest wirft bei mancher Frau wohl viele Fragen auf. Auch wenn viele Frauen warten wollen, bevor sie die Familie und Freundinnen informieren, eine
passende Begleitung für die Betreuung in der Schwangerschaft sollte gleich gefunden werden. Die meisten Frauen denken an ihre Gynäkologin. Aber man kann sich auch komplett oder geteilt mit einer gynäkologischen Praxis von einer Hebamme begleiten lassen.
Viele Frauen empfinden die Kombination als besonders unterstützend, da sie medizinische Sicherheit und persönliche Zuwendung mit den Ultraschalluntersuchungen vereint.
In Deutschland hast du ab Beginn der Schwangerschaft Anspruch auf Hebammenhilfe. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die dafür vorgesehenen Leistungen vollständig.

Wann und warum du eine Hebamme brauchst

Es ist ratsam, sich möglichst früh um eine Hebamme zu bemühen. Sobald dein Schwangerschaftstest positiv ist, solltest du mit der Suche beginnen. Es gibt auch Hebammen mit Spezialisierung auf Kinderwunsch, diese können schon kontaktiert werden, wenn mit der Planung einer Schwangerschaft begonnen wird. Eine frühe Kontaktaufnahme erhöht deine Chancen auf eine passende Hebamme. Sie begleitet dich durch die gesamte Schwangerschaft, hilft bei Beschwerden und steht dir beratend zur Seite.

Wie findest du eine Hebamme und worauf solltest du achten?

Für die Suche nach einer Hebamme kannst du verschiedene Wege nutzen:

  • Online-Portale wie die des gkv-spitzenverband.de oder ammely.de

  • Empfehlungen deiner Gynäkologin oder deines Gynäkologen

  • Anfragen bei Hebammenzentren oder im Freundeskreis

  • Hebammenlisten der jeweiligen Stadt/Landkreis

Achte bei der Auswahl auf die Entfernung zum Wohnort, den Betreuungsumfang und das persönliche Gefühl beim ersten Kontakt. Viele Hebammen bieten ein unverbindliches Vorgespräch an. Dort kannst du klären, ob die Chemie stimmt.

Geteilte Vorsorge: Hebamme und Ärztin als Team

Bei der geteilten Vorsorge teilen sich Hebamme und Gynäkologin die Vorsorgeuntersuchungen. Dabei dokumentieren beide alle Befunde im Mutterpass. Ultraschalluntersuchungen erfolgen durch eine ärztliche Praxis (in der Regel sind drei Schalls vorgesehen). Andere Bestandteile der Vorsorge incl. Darstellung der fetalen Herzfrequenz mittels Ultraschall, Körperliche Untersuchung, Blutentnahmen, Urinkontrolle und Blutdruck-Kontrolle können ebenso durch die Hebamme erfolgen.

Dieses Modell wird von den gesetzlichen Krankenkassen anerkannt und ermöglicht eine umfassende und persönliche Betreuung. Du profitierst von der medizinischen Expertise und der kontinuierlichen Begleitung der Hebamme zusätzlich zu der der  Gynäkologin.

Was zahlt die Krankenkasse und was nicht?

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen folgende Leistungen:

  • Vorsorgeuntersuchungen durch die Hebamme

  • Hilfe bei Schwangerschaftsbeschwerden

  • Geburtsvorbereitungskurse mit bis zu 14 Stunden/Einheiten

  • Wochenbettbetreuung: Während der ersten zehn Tage nach der Geburt steht dir täglich mindestens ein Hebammenbesuch zu. Darüber hinaus übernimmt die Krankenkasse bis zu 16 weitere Besuche

  • Stillberatung und Ernährungsberatung

  • Rückbildungskurse bis zu zehn Stunden/Einheiten, wenn der Kurs spätestens neun Monate nach der Geburt beginnt

Nicht übernommen werden meist Leistungen wie Akupunktur, Taping oder bestimmte naturheilkundliche Anwendungen. Kläre solche Fragen frühzeitig im Gespräch mit deiner Hebamme.


Fazit: Die Betreuung durch eine Hebamme kann deine Schwangerschaft auf vielen Ebenen bereichern. Damit du eine passende Begleitung findest, solltest du so früh wie möglich mit der Suche beginnen. Die Kombination aus ärztlicher und hebammengeleiteter Vorsorge bietet dir Sicherheit und eine vertrauensvolle Atmosphäre: vom ersten Trimester bis zum Ende der Stillzeit.

Quellen und weiterführende Links: 

Broschüre zur geteilten Vorsorge von Mother Hood e.V. https://mother-hood.de/stichwortsuche-geburt/schwangerenvorsorge/

Blog bereitgestellt von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA): https://www.familienplanung.de/schwangerschaft/schwangerschaftsvorsorge-und-begleitung/


 

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